Die Grosse Klus
                         
          Das ehemalige Sommerschlößchen der Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe

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1.9.07

Das Schlößchen "die Klus", ließ
1794 die tatkräftige Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe
(1761 - 1799) - für Bilder bitte hier klicken! - 
anlegen.
Die Gräfin ließ außerdem eine Allee
und einen Park mit großem Teich
einrichten, die in Spuren bzw. verwahrlostem Zustand
noch vorhanden sind

Als die Klus, nach ihrem Tod, später zur Verpachtung angeboten wurde, wird sie wie folgt
beschrieben: 2 Stockwerke in Fachwerk mit einem Säulenbalkon, 15 Wohnzimmer und
Kammern, ein Tanzsaal, ein Spielzimmer, Küche und Keller.

Heute befindet sich in dem Gebäude das Restaurant "Grosse Klus".


Die Klus liegt dicht hinter dem Dorf Röcke an der alten B 65. Früher verlief ganz in der
Nähe westlich hinter der Klus die preussische Grenze von Westphalen.


                                     Die Allee zum Park

Zu der Klus gehörte ein Park, der sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet.
Von der Klus gelangte man zum Park durch das sog. "Kleppertor" auf einer geraden
heute noch vorhandenen Lindenallee
. Manche der Linden sind im Laufe der zwei Jahr-
hunderte verschwunden; die noch vorhandenen sind überwiegend mächtige Bäume:


        
         Die ca. 300 m lange alte Lindenallee bei der "Grossen Klus"  1.9.07
         (Blick nach Norden in Richtung Park und Teichanlage)  
 

        
                      Die Allee(Blick zurück zur "Grossen Klus")           1.9.07

Parallel zur Lindenallee waren andere Bäume gepflanzt, z.B. noch vorhandene
dicke Platanen. Die Allee ist ca. 300 m lang.



                          Der Park mit großem Teich

Der Park soll von vielen verschlungenen Wegen durchzogen gewesen sein
und wurde "der Irrgarten" genannt.

Im Park ließ die Gräfin einen künstlichen Teich in  Form einer 8 anlegen,
so daß zwei Inselchen enstanden, die mit Bänken und Tischen, Blumen
und Bäumen ausgestattet waren. Die beiden Inseln waren durch eine Brücke
verbunden. Die Brücke ist verschwunden aber Teich und Inseln sind noch
vorhanden:
 

Der grosse Teich mit den beiden Inselchen(Blick nach Norden)                      1.9.07


Die südliche Insel ist die kleinere, sie ist von unregelmäßig ovaler Gestalt und mißt
in der Länge ca. 10 m. Sie ist heute von Eichen bestanden(s.das folgende Photo):


Die kleinere südliche Insel                                                                          1.9.07

Die größere nördliche Insel hat eine Länge von ca. 20 m bei einer Breite von ca. 10 m.
An der Südseite haben sich Zitterpappeln angesiedelt. Zwei große alte durch den
Zeitablauf arg mitgenommene Buchen sind noch vorhanden:



Die größere nördliche Insel mit jüngeren Zitterpappeln an ihrer Südseite            1.9.07




Die alten Buchen auf der größeren, der nördlichen Insel (von Osten gesehen)   1.9.07


Der Teich ist in Nord-Südrichtung ca. 80 - 90 m lang. Im Norden ist er ca. 50 m breit
im Süden nur ca. 25 m:


Blick vom Nordende des Teichs nach Süden(Richtung Klus)                        1.9.07


Nicht weit vom Nordende des Teichs sieht man eine hügelartige Bodenerhebung im
Wald, die mit großer Wahrscheinlichkeit künstlich ist.


An der Nordwestecke des Teichs gibt es einen rd. drei Meter breiten Abflußgraben,
der nach ca. 30 m vor einem breiten Waldweg verschüttet ist. Höchstwahrscheinlich
befand sich hier ein schließbares Wehr zur Regulierung des Wasserstandes im Teich.
Jenseits des Waldwegs hat sich die Anlage offenbar früher in nördlicher Richtung
fortgesetzt. Dort findet man noch das Loch eines verlandeteten kleinen ehemaligen
Teich
es sowie Wassergräben mit alten aus mächtigen Steinplatten gebildeten Brücken.

Auf der nördlichen Seite des Parks soll es früher einen turmartigen Bau gegeben
haben, welcher der Eulentempel genannt wurde. Hier soll sich eine herrliche Aussicht
geboten haben.

Die Größe der ganzen Anlage soll 150 Morgen(= rd. 38 ha) betragen haben,
wobei wohl der größte Teil nur Wald war.



Die Klus und ihr Park  -   Schauplatz einer schmerzlichen Liebesgeschichte

Im Park und der großen Klus begann die unglückliche Liebesgeschichte des
preussischen Offiziers und romantischen Dichters Friedrich de la Motte Fouqué
(1777 - 1843), der in Röcke im Quartier wohnte und in seinen teilweise märchen-
haften Erzählungen und Romanen die hiesige Umgebung hat anklingen lassen.

Es war im Mai 1795 als sich der 18-jährige Fouqué bei einer Gesellschaft der
Gräfin Juliane heftig in die 15-jährige Mindenerin Elisabeth von Breitenbauch
verliebte, die seine Liebe auch erwiderte.

Aber de la Motte Fouqué wurde bei den Eltern seiner Flamme, der Familie des
preussischen höheren Staatsbeamten v. Breitenbauch in Minden(der sich lieber
v. Breitenbach nennen ließ) durch einen älteren Regimentskameraden schändlicher-
weise als flatterhaft verleumdet.

Darauf ließ Elisabeth von Breitenbauch unter dem Druck ihrer Familie von Fouqué ab.
Sie heirateten beide andere. Sie haben sich aber wohl nie vergessen und sich 1826 -
sie war inzwischen verwitwet  -  in Potsdam wiedergesehen, da war sie
46, und danach waren sie Freunde bis zu ihrem Tode 1832(dem Jahr, als auch
Goethe starb).

Das vergebliche Liebeserlebnis hat Fouqué in seiner 1811 erschienenen
Erzählung "Undine" verarbeitet, die am Steinhuder Meer spielt.



                                        Forsthaus Große Klus

Dicht bei der Klus(westlich der Lindenallee zum Park) liegt das ehemalige Forsthaus:

        
                                                   Försterei Ostseite                                             1.9.07


        
                                           Försterei von Norden
gesehen                                            1.9.07

                                                                                                                                                                           F. Eix  /    1.9.2007

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