Hermann Schütte, Steinberger Vorkriegs-Dorfpoet

Hier ein Beispiel seiner Dichtkunst:

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                                                                         Postkartenfoto von ca. 1939

Oder die folgenden zwei Poeme:

Blaue Berge, grüne Wälder,
Enge Schluchten, freier Rain,
Blumenreich geschmückte Felder
Alles läd zum Rasten ein.

Überall ein Grünen, Blühen,
Im Sonnengold prangt die Natur.
Sonnbestrahlte Wolken ziehen
Langsam über Wald und Flur.

Vöglein zwitschern Liebeslieder,
Hüpfen froh von Ast zu Ast.
Wandrer, komm und lass dich nieder,
Bleibe hier zu kurzer Rast.

Überall, wo du wirst gehen,
Sei's im Tale, sei's auf Höh'n,
Immer wirst du eingestehen:
O, Steinbergen, wie bist Du schön.

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Wo die Berge sich neigen zum Weserstrand
Und die Arensburg stolz sich erhebt,
Wo blühende Felder am Bergesrand
Von gefiederten Sängern belebt, . . .

Wo schattige Wege und liebliche Höh'n
Rings Berge, wohin man auch schaut,
Wo die Abendwinde so linde weh'n
Wo alles so heimisch und traut  --

Wo in Abendröte die Berge erglüh'n
Und so rein und köstlich die Luft,
Wo am Waldesrand die Rosen und Veilchen erblüh'n
Verbreitend balsamischen Duft,  --

Da liegt ein Dörfchen gar friedlich und traut,
Umschlossen ringsum von den Bergen,
Kein schöneren Ort hab' je ich geschaut
als die Sommerfrische Steinbergen!


Ein bißchen bieder, aber sonst ganz nett.

Ein Naturliebhaber und Heimatfreund sicher, außerdem ein kleines,
eher gnomenhaftes Männlein mit SA-Binde, der natürlich nicht
opponierte als seine unmittelbaren Nachbarn, die jüdische
Viehhändlerfamilie Löwenstein, in den Tod geschickt wurde.
So lagen bei Steinbergern Idylle und Wegsehen und Terror
eng beieinander.
                                                                      24.11.2007                                                                         
 
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