Das ehemalige Löwensteinsche Haus
                an der Bückeburger Straße 14 in Steinbergen

       
               Das ehemalige Haus der jüdischen Familie Löwenstein    8.3.2008   

       Bemerkenswert ist die Verhunzung der Fassade der traditionellen
       Backstein-Fachwerkfassade durch die vorgesetzten Klinker, die flapsigen
       neuen Fenster und besonders durch den schnöden Zaun-Verschlag links.

       Rechts sieht man eines der ausnehmend häßlichen Mehrfamilienhäuser
       desselben Eigentümers an der Bückburger Straße. Eine wahre Verschan-
       delung des Steinberger Ortsbildes.

      
Wenigstens die schöne Tür und die Sandsteintreppe am Haus
       sind unversehrt erhalten:


                  
                  Die schöne Tür am ehemaligen Löwenstein-Haus  8.3.08
                 
           Die Tür ist mit uralten interessanten Symbolen geschmückt,
           die Menschen etwas bedeutet haben und in die hier die alten
           tüchtigen Tischler bei der Anfertigung der Tür ihr ganzes
           Können gelegt haben:             

           Oben ist die Tür links und rechts mit je einem Sonnensymbol
           verziert, die das Licht bedeuten, ein Symbol, das die Juden
           offenbar im reichen Ägypten kennengelernt hatten, wo ihre
           Stämme angeblich als Gastarbeiter der Pharaonen gearbeitet hatten.      

           Darunter bemerkt man auf der Tür viermal eine Raute
           in einem Oval, ein verbreitetes jüdisches Symbol.
           Die Raute ist auch das bekannte Handzeichen, "die Merkelsche
           Raute", der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel,
           die ja -  wie sie selbst öffentlich erklärteJüdin ist.
          
           Die senkrechten Gebilde links und rechts neben der Türklinke
           stellen stilisierte sog. "Schaufäden" (Zizits, Plural Zizijot) dar,
           die daran erinnern sollen, Gottes Gebote zu befolgen
           (s. 4. Buch Mose, Abschnitt 15, Vers 37-41 in der Bibel).
          


                  
                     Seitenansicht des ehemaligen Löwenstein-Hauses
                                                                                 8.3.2008

                      
Neben dem Haus befand sich früher ein breiter öffentlicher Weg
                  (wo auf dem Photo das Auto steht!) zur Straße "Hohlweg"!
                  Dieser Weg wurde leider in den häßlichen "Abgrund" zwischen
                  der hohen Mietskaserne und der später anstelle der alten
                  Schütteschen Villa errichteten Sparkassenfiliale verlegt!
                  Noch dazu wurde der Weg fast auf Schulterbreite verschmälert.

                      Versammlungsort:
                      Wo auf dem Photo das Auto steht, mußten sich in der Kriegszeit
                  unter Leitung des gestiefelt und gespornt auftretenden Ortsbauern-
                  führers Miede im Sommer die Dorfbewohner einschließlich ihrer
                  Kinder einfinden, um zum Kartoffelkäfersuchen auf den Feldern
                  eingeteilt zu werden.

                  Hinter Löwensteins Haus befand sich neben einer Wiese übrigens
                  auch ein Kartoffelacker!

                  Nach den Aussagen alter Steinberger waren die Löwensteins,
                  gutsituierte Schlachter und Viehhändler, beliebt im Dorf.
                 
                  Es folgen die Namen der Mitglieder der Familie Löwenstein,
                  die durch die Nazis ermordet wurden:

                          Name                                                    Alter  
                          Adolf Löwenstein                                     74
                          Otto  Löwenstein                                      62  
                          Rosa Löwenstein, geb. Bull                       53                   
                          Hermann Löwenstein                                20
                          Willy Löwenstein                                      16

                  Ihr Vermögen wurde vom Staat eingezogen und Haus mit Schlachterei
                  "für 'nen Appel und 'nen Ei" an einen Parteigenossen(SA-Mann),
                  einen Steinberger Dorfschlachter, übereignet, der nach dem Krieg
                  einen geringen Teil des Wertes nachzahlen mußte!
                  Der ehmalige Parteigenosse der NSDAP hatte somit letztlich
                  den wertvollen Besitz zu einem Spottpreis zu Eigentum bekommen!
                  Den erheblichen Landbesitz der Löwensteins von mehreren Hektar
                  Acker- und Wiesenland erwarb die Stadt Rinteln!

                  Es gab zwei weitere Familien mit mosaischer Religions-
                  zugehörigkeit in Steinbergen, die ebenfalls von den Nazis
                  abgeholt wurden:

                          Bertha Dublon, Witwe                               53
                          Lore Dublon                                             17

                          Max Schönfeld                                          52
                          Frieda Schönfeld                                       49
                          Lydia Schönfeld                                        19

                  Alle genannten Personen wurden am 13. Dezember 1941
                  vom Bahnhof Bielefeld aus nach Riga(Lettland) gefahren,
                  wo sie ermordet wurden.
                 
                  Sie waren unauffällige fleißige und brave Deutsche.
                 
                  Gedenken wir ihrer  -  die ja gute Steinberger waren  -  und des
                  ihnen angetanen Unrechts, wenn wir an dem Haus vorbeigehen!                      
                 
                  Trotz allem christlichen Getue mit Inschriften* an den großen Miets-
                  häusern nebenan, zu einer Erinnerungstafel an die durch die Nazis 1941
                  vernichtete Steinberger Familie Löwenstein langte die angeblich
                  christliche Haltung nicht und fehlt bis in unsere Tage die
                  menschliche Größe.
                  ____________________
                  * die christlich tuenden Inschriften wurden inzwischen entfernt!
      
              
                                                                        Eix  /  20.3.08/ ergänzt 8.9.2009
                                                                                                                     bis 25.1.2016


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