Der "Russenfriedhof" in Rehren, Landkreis Schaumburg

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                Gedenkstein auf dem "Russenfriedhof", Am Horn, Rehren A.O. 3.2.08

Der Gedenkstein wurde von der russischen Militärmission nach dem
2. Weltkrieg aufgestellt. Die russische Inschrift in kyrillischer Schrift
lautet übersetzt:

"Zum ewigen Andenken den Gefallenen, die im Kampf für Freiheit
und Unabhängigkeit des sowjetischen Heimatlandes im Großen
Vaterländischen Krieg 1941 - 1945 zugrunde gegangen sind.
Hier sind 400 Sowjetbürger begraben, die im faschistischen Deutsch-
land im Raum Hess. Oldendorf durch Hunger, Mord und Terror
umkamen."



Auf dem Gelände oberhalb(südlich) der Autobahn A 2 , in der
Gemeinde Rehren A.O., beim Wohngebiet "Am Horn" befand sich
von 1939 - 1945 ein Barackenlager, das zuerst für die Bauarbeiter
der Autobahn benutzt wurde und dann zu einem sogenannten
"Sammellager für nichteinsatzfähige Ostarbeiter" wurde.

Das Lager wurde auch zynischerweise "Erholungsheim für Ostarbeiter"
genannt. Zeitweilig waren dort 620 Menschen, Russen, Ukrainer,
Polen, untergebracht unter katastrophalen menschlichen und hygie-
nischen Bedingungen. Die Lagerinsassen waren krank und geschwächt
und mußten hungern. Dem Lager war eine "Entbindungsstation für
schwangere Ostarbeiterinnen" angeschlossen.

Wenigstens 307 Personen aus diesem Lager starben, von denen 36
auf dem jüdischen Friedhof  des benachbarten Dorfes Hattendorf 
in einem Massengrab begraben sind und wenigstens 233 auf dem
sog. "Russenfriedhof am Horn"(s.o)

Der Friedhof liegt am Waldrand.
Hinter dem Friedhof, also südlich, fällt
nach 30 m der Wald steil ab zum Tal der oberen Bückeburger Aue.

Vor dem Friedhof, also nördlich davon, sind Ackerbauflächen und näher
zur Autobahn hin das Rehrener Wohnbaugebiet "Am Horn". In der Mitte
dieses Wohngebiets standen parallel zur Autobahn die Lagerbaracken:

Bitte etwas Geduld.
          Das Rehrener Wohngebiet "Am Horn", auf dem sich das Lager befand          3.2.08
            (Blick nach Norden, aus Richtung des "Russenfriedhofs am Horn",
                         jenseits des Auetals sieht man den Bückeberg)

Der breite Feldweg, der am Friedhof vorbeiführt, verbindet Hattendorf
mit Rehren. Alte Leute aus Hattendorf erzählten mir, sie hätten als
Kinder beobachtet, daß "fast täglich" Tote in Holzsärgen auf einem
Karren zum "Russenfriedhof" gefahren wurden. Dort wurden die
Toten aus den Särgen gehoben und in die Grube geschmissen.
Die Särge wurden zur Wiederverwendung mitgenommen.

                                                                      F. Eix, 5.2.2008

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